KLARTEXT: Landesrat Gerhard Köfer im Interview

Landesrat Gerhard Köfer kritisiert mangelnde Maßnahmen gegen Armut in Kärnten.

 

„Wir machen uns dort bemerkbar, wo die Fairness für den Einzelnen ihre Grenzen hat“, so Landesrat Gerhard Köfer über sein Team Kärnten. Konkret spricht Köfer von den Armutsgefährdeten in Kärnten. „Das ist eine Gruppe von über 80.000 Menschen, die keinen Fürsprecher mehr haben.“

Kampf gegen Armut in Kärnten

Viele würden nicht wissen, wie sie über den Winter kommen. „Ich habe viel Verständnis für Hilfsbereitschaft, aber auch Kärntner haben das Recht, dass man ihnen Gehör schenkt“, fordert Köfer. Seine Partei werde ihren eigenen Kampf gegen die Armut führen. „Man muss sie bei der Wurzel bekämpfen – das beginnt bei der Arbeitslosigkeit.“
Seine Forderung: „Arbeit ist viel zu hoch besteuert“, kritisiert Köfer. „Es muss den Unternehmern möglich sein, mehr Leute zu geringeren Kosten zu beschäftigen.“ So würden auch Hilfskräfte wieder zu Beschäftigung kommen.
Gerade Kärnten brauche Arbeitsplätze dringender als alles andere. "Es gibt Projekte", ist Köfer überzeugt. Allein in den Sicherheitsausbau der S37 würden 80 Millionen Euro fließen; weitere 200 Millionen Euro könnten in Windparks fließen. "Aber da entscheidet der Naturschutzbeirat, und die Koalition nimmt es zur Kenntnis", so Köfer. Auch das Straßenbaubudget sei "historisch niedrig". "Wir haben 17 Millionen Euro im operativen Budget", rechnet er vor. "50 Millionen wären notwendig, um allein den Bestand aufrecht zu erhalten."

"Kärnten ist nicht wirtschaftsfreundlich"

Besonders hart geht Landesrat Gerhard Köfer mit der Wirtschaftspolitik im Land ins Gericht. Kein Verständnis zeigt er für immer strengere Regeln für Unternehmer. "Da wird eine Armada von Fachleuten hinausgeschickt, die dem Unternehmer erklären, warum es nicht geht, seine Firma zu gründen", kritisiert er die Verwaltung. "Es gibt Kriterien in diesem Land, die nicht mehr zu erfüllen sind."
Köfers eindeutiges Fazit: "Wir sind kein wirtschaftsfreundliches Land." Es würde viel zu tun geben, aber "wir haben derzeit eine Politik der Verhinderung."
Kärnten müsse schauen, dass "wir bei den Unternehmern eine positive Stimmung beibehalten", fordert er, "damit es nicht zu noch stärkerer Abwanderung kommt." Einen Vorschlag hat Köfer dafür auch: "Es gibt gute Fachleute im Land", ist er überzeugt. "Sie sollen Unternehmer beraten, wie es geht, und ihnen nicht nur sagen, warum es nicht geht."

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