Frauentag - Schenk: Frauen bekommen bis zu drei Mal mehr Psychopharmaka verschrieben als Männer

"Im Schnitt bekommen Frauen zwei bis drei Mal mehr
Psychopharmaka verschrieben als Männer", - vor dieser gefährlichen
Entwicklung warnt die Team Stronach Frauen- und
Gleichbehandlungssprecherin Martina Schenk anlässlich des
Welt-Frauentages. Ursachen seien Erwartungsdruck des täglichen
Lebens, der Spagat zwischen Kinder, Beruf, Haushalt, eventueller
Pflege von Angehörigen - "dem darf nicht leichtfertig mit
Tablettenkonsum begegnet werden", so Schenk.

"Es gibt leider noch immer viele offene Baustellen in unserem Land,
wie die Einkommensschere, fehlende Kinderbetreuungsplätze und
fehlende Mindestlöhne, um von einer Vollbeschäftigung auch adäquat
leben zu können", erinnert Schenk. "Doch darüber wird wenigstens
gesprochen. Von den laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger
rund 900.000 psychisch Kranken - in der überwiegenden Zahl Frauen -
hört man aber nichts", mahnt Schenk vor einer gefährlichen
Entwicklung, denn zwei Drittel aller Medikamente werden für Frauen
verschrieben. Schlafmittel, Psychopharmaka, Präparate gegen
Kopfschmerzen und niedrigen Blutdruck werden sogar fast ausnahmslos
von Frauen geschluckt.

Das "Immer-funktionieren-müssen" setze viele Frauen unter Druck.
Schenk: "Sie fühlen sich oft in besonderer Weise zuständig für
soziale Beziehungen in Beruf und Familie. Eigene Bedürfnisse werden
in den Hintergrund gestellt, melden sich jedoch später als
Schlafstörungen, Unruhe und Kopfschmerzen."

Besonders brisant ist laut der Team Stronach Frauensprecherin die
Entwicklung im Pflegebereich: "Hier setzt die Politik auf familiäre
Schwarzarbeit und traditionelle Geschlechterzuschreibungen. Über 80
Prozent derer, die Pflege zuhause verrichten, sind Frauen. Bei der
mobilen oder stationären Pflege sind über 90 Prozent der
MitarbeiterInnen Frauen", so Schenk. Gerade dieser feminisierte
Sektor zeichne sich aber durch unzumutbare Arbeitszeiten, zu wenig
Personal, ständige Bereitschaft, keine langfristige finanzielle
Absicherung, viele und lange Krankenstände und zu geringe Löhne aus.
Schenk: "Vier von zehn Mitarbeitern in Spitälern, Pflegeheimen oder
bei mobilen Diensten sind demnach Burn-out-gefährdet. So kann es
nicht weitergehen!"

Schenk verlangt verstärkt das Angebot von alternativen
Therapiemöglichkeiten statt Tabletten und einem Ausbau der
Prävention, um "eine Entschleunigung des Alltags zu ermöglichen." Für
den Pflegebereich will die Team Stronach Mandatarin Maßnahmen wie
etwa ein bundesweit einheitliches Ausbildungs- und Entgeltsystem
sowie einen einheitlichen Pflegeschlüssel und besondere
Berücksichtigung von "Frauen 50-plus, wenn die körperliche
Belastbarkeit abnimmt."

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