Equal Pay Day - Schenk: Lohngerechtigkeit muss in unserer Gesellschaft endlich umgesetzt werden

In Diskussion um Gehaltsschere wird von Frauen geleistete, unbezahlte Arbeit wie Angehörigenpflege zu wenig berücksichtigt

"Lohngerechtigkeit muss in unserer Gesellschaft endlich umgesetzt werden", verlangt Team Stronach Gleichbehandlungssprecherin Martina Schenk zum morgigen Equal Pay Day. "Ab morgen müssen Frauen -statistisch gesehen - bis zum Jahresende ohne Lohn weiterarbeiten", dies hänge nicht allein damit zusammen, dass Frauen öfter nur Teilzeit arbeiten, so Schenk.

Kritik gibt es von Schenk aber auch an den verschiedenen Rechenmodellen für den Termin des Equal Pay Days, was letztlich zu Verwirrungen führe. "Allein im Bundesland Salzburg gibt es im Herbst je nach Region drei verschiedene Termine, bundesweit zwei - im Frühjahr und im Herbst", erklärt Schenk. Jener im Herbst verweist auf das Datum, ab dem Frauen - statistisch gesehen - ohne Lohn weiterarbeiten müssen. Jener im Frühjahr ist der Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um auf das Gehalt aus dem Vorjahr zu kommen, das Männer bereits mit Jahresende bekommen haben.

Die Team Stronach Mandatarin warnt davor, dass "die heimische Ausgestaltung des Equal Pay Day oft über das Bewusstmachen der Ungleichbehandlung hinaus geht und dadurch die Kernbotschaft nicht mehr klar durchdringt!" Das Motto "Je mehr Aufmerksamkeit, desto besser" führe oft ins Gegenteil, das habe die Diskussion ums Binnen-I gezeigt.

"In der Diskussion rund um die Gehaltsschere fehlt mir die Berücksichtigung von unbezahlter Arbeit - etwa das Pflegen von Familienangehörigen. Die Leistungen der Angehörigen machen Pflege und Betreuung in Österreich erst finanzierbar", erinnert Schenk. Und gerade diese unbezahlte Arbeit werde hauptsächlich von Frauen ausgeübt, aber in den Einkommensvergleichen kaum berücksichtigt. "Pflegearbeit, Kinderbetreuung, Hausarbeit oder Erziehung haben einen enormen volkswirtschaftlichen Wert von geschätzten drei Milliarden Euro pro Jahr", so Schenk.

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