Dietrich: AMS-Kurse sind Kosmetik auf Kosten der Steuerzahler

"Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit ist es
wichtig, Menschen ohne Arbeit wieder in den Arbeitsmarkt zu
integrieren. Dieses Ziel verfolgen die vom AMS angebotenen Kurse,
die, wenngleich einige toll und erfolgreich sind, immer wieder herbe
Kritik seitens der Kursteilnehmer erhalten", stellte die
geschäftsführende Klubobfrau des Team Stronach, Abg Waltraud
Dietrich, in der heutigen Debatte zum
Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz im Nationalrat fest. Diese
Kritik reiche von "nichts gelernt, schlechtem Niveau bis zu Kursziel
verfehlt." Dietrich nannte als Beispiel einen Fall, in dem ein
Computerfachmann in einen Basiskurs für EDV geschickt wurde oder eine
Person, die drei Jahre in New York gearbeitet hatte, in einen
Basiskurs für Englisch.

Da die Kurse eine Zwangsmaßnahme darstellten, die an den Bezug des
Arbeitslosengeldes gekoppelt sei, die Qualität dieser Kurse
allerdings meist mangelhaft sei, bleibe für viele oft nur der Weg in
den Krankenstand, "um sich diese Kurse nicht antun zu müssen."
Bestätigt sieht Dietrich dieses Urteil durch die Volksanwaltschaft,
die zu dem Schluss kommt, dass die Mehrzahl der Kurse "überteuert
sind und nichts bringen." Ganz klar verfehlt sei das Kursziel
jedenfalls, wenn "jemand kurz vor der Pension in einen Kurs für
Karriereplanung besuchen muss". "Das ist eine Verschwendung von
Steuermitteln", kritisierte Dietrich. Hier gehe es aber nicht nur um
Steuermittel, sondern auch um Schicksale, wandte sich Dietrich an den
Minister: "Man muss diese Menschen aufbauen und nicht
desillusionieren und in den Krankenstand oder vielleicht sogar in die
Depression bringen."

Der Ansatz des Team Stronach besteht darin, den Wirtschaftsstandort
fit zu machen, damit die Menschen wieder einen Job bekommen. "Das,
was jetzt passiert, ist nur Kosmetik. Doch es besteht akuter
Handlungsbedarf im Bereich des Sozialsystems", mahnte Dietrich.

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